Fakten zur Sanierung der Halbinsel

In den letzten Tagen und Wochen sind einige Halbwahrheiten und Fehlinformationen in Bezug auf die Sanierung der Halbinsel aufgetaucht. An dieser Stelle wollen wir die Fakten nennen, was beschlossen ist und was nicht, welche Details geplant sind und was noch überhaupt nicht diskutiert wurde.

  1. Welche Bauabschnitte sind geplant und wann sollen diese umgesetzt werden?

    Sanierung Halbinsel Wasserburg einzelne Bauabschnitte
    Grafik: © bbz landschaftsarchitekten T. Herrmann | mit freundlicher Genehmigung Gemeinde Wasserburg/B.

    Bauabschnitt 1

    Direkt am Hafen. Beginnend an den Schaukästen der Gemeinde bzw. Tourist-Info, über den östlichen Bereich vor dem Gebäude der Gemeinde „Seekrone“ (ehem. „Haus des Gastes“). Der kurze Bereich zwischen „Seekrone“ und „Malhaus“ zum Schlossplatz hoch. Östlich des „Malhaus“ und des Kiosk-Gebäudes bis zum Landesteg der BSB und der Fischermole, sowie eine Verlängerung der bestehenden Fischermole um rund 20 Meter. Im Plan ist dieser Bereich orange-rötlich eingefärbt. Geplanter Baubeginn war hier im Herbst 2016, was sich aufgrund der Bürgerinitiative (BI) nun verschiebt.

    Bauabschnitt 2

    Östlich des Bauabschnitts 1, also von den o.g. Schaukästen entlang des Ufers, inklusive „Uferweg“ bis zur „Uferstraße“. Der Weg zwischen dem ehem. Gwinner-Areal und dem Hotel Lipprandt. Dieser Bereich ist hellblau in der Grafik oben eingefärbt.

    Bauabschnitt 3

    Im wesentlichen umfasst dieser Bauabschnitt den Kreuzungsbereich der Halbinselstraße, also die T-Kreuzung von Dorfmitte kommend und zur Halbinsel und zum „Hegestrand“, sowie der öffentlichen Uferzugänge direkt an der Kreuzung und nördlich des Anwesens Schloss Hotel. In der Grafik oben ist dieser Bereich in hellerem Orange eingefärbt.

    Bauabschnitt 4

    Der letzte Bauabschnitt umfasst die sogenannte Hintere Halbinsel. Also der Bereich des Parks (inkl. kleinem Parkplatz) südlich des Hotel Lipprandt und der „Festwiese“, der Straße entlang des Schloss-Areals zum Schlossplatz, westlich der „Seekrone“, weiter entlang der Zufahrt zur „alten Schule“ und dem öffentlichen Aussichtspunkt. In der Grafik ist dieser Bereich lila eingefärbt.

    Der Bauabschnitt 1 sollte, wie bereits erwähnt, im Herbst dieses Jahres starten. Was sich aufgrund der BI nun verschiebt. So dass hier, Ihr entsprechendes Bürgervotum vorausgesetzt, wohl erst im Herbst 2017 begonnen werden kann. Die weiteren Bauabschnitte sind vom Gemeinderat noch nicht detailliert besprochen und beschlossen. So ist mit den Bauabschnitten 2 bis 4 nicht vor 2018 zu rechnen.

  2. Was hat der Gemeinderat bezüglich des Bauabschnitt 1 beschlossen? Wie ist der Stand der Dinge?

    Vorschlag T. Herrmann
    Grafik: © bbz landschaftsarchitekten T. Herrmann | mit freundlicher Genehmigung Gemeinde Wasserburg/B.

    Das ist der aktuelle Entwurf der bbz landschaftsarchitekten T. Herrmann, auf dessen Grundlage der Gemeinderat am 15. Dezember 2015 den ersten Bauabschnitt der Sanierung der Halbinsel beschlossen hat; i.Ü. ist bisher ausschließlich der erste Bauabschnitt beschlossen. Darin hat der Landschaftsarchitekt auch Vorschläge für die Bepflanzung mit Bäumen und Mobiliar gemacht. Über die gesamte Detailplanung, wie genau Bodenbelag und Mobiliar aussehen werden, hat der Gemeinderat jedoch bis dato noch nicht entschieden!

    Im Zuge der Sanierung müssen dringend Kanäle und Leitungen neu gemacht werden, da diese in einem schlechten Zustand sind und so auch unter der Oberfläche dringend Sanierungsbedarf besteht. Dies hat eine Befahrung der Kanäle im Herbst 2015 ergeben. Auch hierfür müssten voraussichtlich Bäume entfernt und neu gepflanzt werden.

    Im oben gezeigten Plan des Bauabschnitts 1 sieht man den Bestand (gepunktete rote Linie) und den nun geplanten Verlauf.

    Was soll nach den Plänen der Gemeinde also geändert werden?
    Dies sind zum einen die Terrasse der „Seekrone“ (ehem. „Haus des Gastes“). Diese soll im Vergleich zum Bestand südlich etwas zurück gebaut werden und dort einen Aufgang bekommen. Dafür soll die Terrasse nord-östlich etwas ausgedehnt werden. So dass auch der Wasserburger Segler Club eine Terrasse für Veranstaltungen bekommt und dort auch ein barrierefreier Zugang zur Seekrone geschaffen werden kann.

    Zum anderen soll der Konzertplatz vor dem Malhaus ebenfalls etwas vergrößert werden, jedoch unter Beibehaltung auch als „Bänkle“ für den Kiosk. So soll die duale Nutzung für Konzerte und Treffpunkt u.a. zum Konsum von Getränken und Snacks des angrenzenden Kioskbetriebs beibehalten werden. Der Durchgang zwischen Konzertplatz (und „Bänkle“) und dem Kioskgebäude soll etwas verbreitert werden und damit den Blick auf den See von Westen kommend öffnen. Auf die Pläne zum Neubau des Kioskgebäudes wird auf einer separaten Informationsseite näher eingegangen.

    Süd-östlich, also zwischen Landesteg und Fischermole, soll ein weiterer Platz zum Verweilen entstehen. Es sollen einige Stufen zum Wasser hin einladen, dort Getränke oder den Sonnenuntergang zu genießen. Dies war vielfacher Wunsch der Wasserburger Bevölkerung. Um dem Schmutzeintrag durch die nächtlichen süd-östlichen thermischen Winde entgegen zu wirken, sollen bei durchschnittlichem Wasserstand die Stufen nicht ganz bis ins Wasser reichen. Dies soll ein neuer sehr gemütlicher Platz für Einheimische und Touristen werden, an dem man den See erleben kann.

    Rückseitig davon befindet sich der bestehende Fischerbrunnen, welcher auch als Tankstelle der Berufsfischer dient. Dieser Brunnen soll auf vielfachen Wunsch der Wasserburger/innen auch nach der Sanierung Bestand haben und ebenfalls mit Sitzmöglichkeiten ausgestattet werden. Auch die Bepflanzung um das Wasserspiel soll weiterhin bestehen.

    Um das Laufen und gleichzeitig Verweilen entlang der Ufermauer zu verbessern, soll der Weg etwas breiter werden. Die Ufermauer selbst muss dringend saniert werden. Sie ist inzwischen in weiten Teilen unterspült und löchrig. Von daher lag die Idee nahe, durch einen Vorbau der Ufermauer „zwei Fliegen mit einer Klappe“ zu schlagen. Zum einen die dringende Sanierung und Stützung der bestehenden Ufermauer und zum anderen eine Verbreiterung und Entzerrung der Flaniermeile am Wasser entlang zu bekommen. So soll die „Kronemauer“ um rund zwei Meter in Richtung See vorgesetzt werden. Im Dreieck bei der Bootsvermietung ist der Vorbau etwas ausgeprägter, um mehr Platz zwischen Kioskgebäude und Ufermauer zu erhalten. Der bestehende Knick in der Ufermauer wird beibehalten und gleichzeitig etwas entschärft. In der Grafik oben sieht man den Bestand mit der gepunkteten roten Linie und der geplanten Verbreiterung, welche moderat ausfällt.

    Durch die Verbreiterung der „Flaniermeile“ fallen im Dreieck der Bootsvermietung (BV) ein paar Liegeplätze weg, ebenso wie Bojen, durch eine  Neuausrichtung von Gästesteg und Bootsvermietung. Diese sollen mit einer moderaten Verlängerung der Fischermole um rund 20 Meter kompensiert werden. Der Schutz von Gästesteg und BV durch die Fischermole ist durch eine Verschiebung und Drehung in Richtung ost-nord-ost nicht mehr gegeben, was ebenfalls durch die moderate Verlängerung der Mole kompensiert werden soll. Gleichzeitig lädt die etwas verlängerte Mole zum Flanieren und Erleben des Bodensees sowohl für Einheimische als auch für Touristen ein.

    Die bestehenden Kugelakazien und Kastanien sollen durch Neupflanzung von Bäumen ersetzt werden. Über Art und Beschaffenheit des einheitlichen Bodenbelags, hat der Gemeinderat Wasserburg noch nicht entschieden. Der Wunsch nach Naturstein ist da und gleichzeitig soll eine Begehung mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl gegeben sein. Ein einheitlicher Belag der Laufflächen im Bauabschnitt 1 wird selbstverständlich angestrebt. Dies ist speziell im bestehenden kaputten Asphaltbereich ein deutlicher und notwendiger Gewinn!

    Alles in allem also nur moderate Veränderungen im Vergleich zum Bestand, jedoch ein deutlicher optischer Gewinn, der zum Verweilen und Wohlfühlen für Einheimische und Touristen beitragen soll.

    Grafiken: Ausschnitte aus den Plänen der © bbz landschaftsarchitekten (Herr T. Herrmann) mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Wasserburg/B.