Leserzuschrift von Bettina Sporrädle

Liebe Wasserburger,
das Thema „Halbinselsanierung“ ist in aller Munde und wird sehr kontrovers betrachtet.

Ich finde es sehr schade, dass dieses sachliche Thema inzwischen auf sehr persönlicher Ebene angekommen ist. Mitbürger werden beleidigt oder als „blöd“ dargestellt, Ironie wird beschuldigend! Kommentare auf Facebook, die den Gegnern nicht passen, werden einfach gelöscht… das ist nicht fair, noch hat es etwas mit konstruktiver Diskussion zu tun.

Die Standpunkte der Gemeinde und des Bürgerbegehrens sind klar dargelegt und leider sehr gegensätzlich!
Ob Molenverlängerung, Landgewinnung… oder nicht – das ist gar nicht mehr die Grundlage für die Entscheidung, die zu treffen ist.

Ich glaube das wissen die wenigsten von uns!

Die Planungen für die Sanierung sind seit über vier Jahren in vollem Gange und wir Bürger hatten viele Möglichkeiten und auch konkrete Termine, bei denen wir uns hätten informieren und einbringen (mündlich oder schriftlich) können. Damals wäre es möglich gewesen, die Hauptstreitpunkte wie Molenverlängerung oder Landgewinnung zu verhindern, den moderneren, geradlinigen Stil abzuschwächen usw. …

Diese Möglichkeiten haben wir nicht genutzt! Es wurde geplant, bezahlt, Zuschüsse beantragt… jetzt sind diese Zuschüsse nach jahrelangem, bürokratischem Aufwand genehmigt und es könnte losgehen!

Jetzt fällt uns Bürgern plötzlich ein, dass wir das so doch nicht haben wollen!
Warum sage ich UNS? Ja, weil ich auch auf der Liste des Bürgerbegehrens unterschrieben habe!
Ich sah darin eine Verhandlungsbasis um Kompromisse zu finden. Jetzt weiß ich, dass das nicht so ist – dafür ist es zu spät!

Wenn das Bürgerbegehren am 08.05.2016 die Mehrheit erhält, ist die Folge nicht eine neue Verhandlungsbasis, sondern ganz klar ein AUS für die Sanierung für viele Jahre! Aufgrund vieler bürokratischer Hürden und Wiederbeantragungsfristen, sind Zuschüsse erst mal dahin und ohne Zuschüsse, stemmt unsere Gemeinde keine Sanierung, auch keine „kleine Version“!

Ich finde es wichtig, dass jeder Bürger weiß, welche folgenschwere Entscheidung er trifft, wenn er gegen die Sanierung stimmt!

Was uns als Wasserburger vereint ist, dass uns unsere Heimat, unser Dorf, am Herzen liegt. Allen, die die Pläne so nicht passend oder schön etc. finden, also auch mir selbst, möchte ich sagen: Wir sind selber schuld! Hätten wir uns eingebracht als es gewünscht und möglich war, dann wäre die Diskussion mehr als gerechtfertigt. Doch das haben wir nicht! Lernen wir daraus und engagieren uns für unser Dorf, wenn es fruchtbare Ergebnisse bringt!

Deshalb dürfen wir der Sanierung nicht weiter im Wege stehen – es wurde schon sehr viel Zeit, Energie und Geld investiert! Stimmt für die Sanierung am 08.05.2016!

Jeder darf seine Meinung vertreten, aber der Anstand und die Toleranz gegenüber anders denkenden, sollte uns immer begleiten!
Ich freue mich schon auf den ersten Abendmarkt, an dem wir hoffentlich alle, egal mit welcher Meinung zu diesem Thema, gemeinsam unser Dorf genießen können!

Liebe Grüße Bettina Sporrädle

Dieser Brief wurde uns mit der Bitte um Veröffentlichung zugeschickt . Inhaltlich verantwortlich ist allein der Leserbriefschreiber.